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	<title>alaskana.de &#187; Astrid Huber</title>
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	<description>Reise-Tipps und Informationen zu Alaska und Yukon</description>
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		<title>Zurück nach Deutschland</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2005 14:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird ernst &#8211; der Tag unserer Heimreise ist jetzt definitiv und unverrückbar da. Ich wollte doch noch soviel sehen, fotografieren, erleben. Doch es steht fest: ich komme wieder (schon allein, um den Chilkoot-Trail zu machen). Halt einen, bzw. zwei &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/zuruck-nach-deutschland/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird ernst &#8211; der Tag unserer Heimreise ist jetzt definitiv und unverrückbar da. Ich wollte doch noch soviel sehen, fotografieren, erleben. Doch es steht fest: ich komme wieder (schon allein, um den Chilkoot-Trail zu machen). Halt einen, bzw. zwei Programmpunkte hatten wir noch. Erstens ein Treffen zum Brunch mit Meli und eine letzte Einkehr bei &#8220;Fred Meyer&#8221;, schnief &#8211; er wird mir fehlen!<br />
<span id="more-30"></span><br />
Dann schnell zum Flughafen, den Mietwagen abgeben und rein in den Flieger, wo ich jetzt sitze und schreibe (Ich verpasse gerade &#8220;In 80 Tagen um die Welt&#8221; &#8211; nicht so schlimm, glaub&#8217; ich). Ich habe mich schon richtig daran gewöhnt und hoffe, ich habe euch mit meinen &#8211; zum Ende doch recht ausführlichen Schilderungen &#8211; nicht genervt und euch einen kleinen Einblick in das was wir hier so erlebt haben geben können. Es war eine einmalige Reise, bei der wir gut 3500 Meilen dieses grandiosen Landes &#8220;erfahren&#8221; haben, mit Eindrücken und Erlebnissen, die ich so schnell nicht vergessen werde und ich habe fantastische Menschen (und Hunde, allen voran Torstens Bjarke und Nicks Logan, der mit den zweifarbigen Augen) kennengelernt, von denen der Abschied nicht leicht fällt. Ich freue mich darauf, all die kleinen und großen Momente dank unserer unzähligen Bilder nochmal Revue passieren zu lassen &#8211; ich werde nämlich für nächstes Jahr einen Kalender mit den schönsten Bildern zusammenstellen.</p>
<p>Also danke für euer Interesse und vielleicht bis zum nächsten Trip.</p>
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		<title>Zurück in der Stadt</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2005 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[So jetzt ist es also soweit &#8211; unser Urlaub neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Es gilt jetzt nur noch die letzten Besorgungen zu machen, Freunden Lebewohl zu sagen und die Koffer zu packen. Traurig, traurig. Nach einem Frühstück de &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/zuruck-in-der-stadt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So jetzt ist es also soweit &#8211; unser Urlaub neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Es gilt jetzt nur noch die letzten Besorgungen zu machen, Freunden Lebewohl zu sagen und die Koffer zu packen. Traurig, traurig. Nach einem Frühstück de Luxe so wie ich&#8217;s gerne mag, gings mal wieder in einen Bookstore (wo auch ich mir diesmal ein Buch gekauft habe &#8211; ein Kochbuch natürlich) und zu Fred Meyer, wo wir noch solche Schmankerln wie Lachs und Trockenfleich für die Lieben zu Hause kaufen mussten. Dann nix wie heim (damit meine ich Torstens Cabin, wir sind nämlich die Herren im Haus, solange wir noch da sind) und sich schön machen (das dauert hier etwa zwei Minuten) für ein abschließendes Treffen mit Meli und eventuell mit Becky und Josh, die wir in Seward kennengelernt hatten. Wir trafen uns im &#8220;Pump House&#8221;, einem echt urigen Lokal mit hervorragender Küche &#8211; ich ließ allerdings das Essen mal ausfallen, da ich mit Schrecken an meine erste Begegnung mit meiner Waage zu Hause denke).<br />
<span id="more-28"></span><br />
Als ein Gewitter uns verscheuchte, wechselten wir die Lokalität und gingen in den &#8220;Howling Dog&#8221;. Leider musste Meli heim und Becky und Josh tauchten gar nicht erst auf. Schade, aber der &#8220;Howling Dog&#8221; ist schon ein echtes Unikum, das sollte man gesehen haben. Urige Einrichtung, ein sehr buntes Publikum &#8211; alles von Teenies (allerdings eher die Ausnahme) bis hin zu recht rüstigen Rentnern. Die dürft ihr euch aber jetzt nicht so vorstellen, wie Rentner bei uns daheim, nee, nee. Hier performen die auf der Tanzfläche, haben offenkundig Spaß und das zusammen mit jungen Leuten. Ja, das ist echt unglaublich. Nicht dass ihr jetzt denkt, ich bin total verblendet, natürlich weiß ich auch, dass hier nicht alle so cool drauf sind, aber man hat doch den Eindruck, dass es in diesem Land mehr Individualisten gibt. Wahrscheinlich ist Alaska so eine Art Sammelstelle für all jene, die anders leben wollen und so was wie Freiheit suchen. Die meisten Menschen, die man hier trifft, kommen gar nicht aus Alaska &#8211; und gerade dieses bunte Sammelsurium bereichert dieses Land ungemein.</p>
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		<title>Raus aus der Stadt</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2005 22:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist soweit &#8211; wir starten in die Brooks Range, natürlich nicht ohne vorher nochmal bei Fred Meyer unsere Vorräte aufzufüllen. Torsten hat echt königlich eingekauft und ich freu&#8217; mich schon auf unseren Abend am Lagerfeuer. Vorher stehen uns aber &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/raus-aus-der-stadt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist soweit &#8211; wir starten in die Brooks Range, natürlich nicht ohne vorher nochmal bei Fred Meyer unsere Vorräte aufzufüllen. Torsten hat echt königlich eingekauft und ich freu&#8217; mich schon auf unseren Abend am Lagerfeuer. Vorher stehen uns aber erst mal acht Stunden Fahrt auf dem unbefestigten, löchrigen Dalton Highway bevor und das hinten in Torstens Pickup, wo es eigentlich keine Sitze, sondern nur Notsitze gibt. Gut, dass wir nicht so groß sind! Nach einer endlos langen Fahrt machten wir Halt in Coldfoot um unseren letzten Burger (für Torsten und Matthias der letzte für drei Monate, so lang wird ihre Kanutour vorraussichtlich dauern) zu verspeisen. Danach suchten wir uns einen netten Zeltplatz am Kiesufer des Koyukuk, wo wir Torstens Zelt aufstellten. Das ist cool, man lässt sich einfach nieder, wo es einem gefällt und macht ein Lagerfeuer &#8230; Nach der Lagerfeuerromantik hauten wir uns im Zelt aufs Ohr. Also mal ehrlich, zuerst hatte ich ja schon meine Bedenken &#8211; na ihr wisst schon, ob es sich &#8220;schickt&#8221; allein mit drei Männern in einem Zelt zu schlafen. Aber das ist ja hier das schöne: niemand schert sich drum, was sich schickt, man ist hier einfach nur Mensch und setzt sich nicht selbst irgendwelche Grenzen oder macht sich &#8216;nen Kopf um Nebensächliches.</p>
<p><span id="more-27"></span>Am nächsten Morgen, ich hatte hervorrragend geschlafen, obwohl wir unsere Matten direkt auf den Flusskieseln aufgeschlagen hatten, gab&#8217;s wieder mal eine Härteprobe für meinen Magen zu bestehen: Breakfast Sausages &#8211; Würstchen zum Frühstück. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert ich war. Aber zum Glück hatten wir ja Pilot Bread dabei, eine Art Cracker, mit denen ich mich über den Tag retten konnte. Das war auch bitter nötig, denn Torsten und Matthias legten bei dem anschließenden Hike ein derartiges Tempo vor, dass uns schon nach zwei Stunden die Zunge raushing. Landschaftlich war es allerdings sehr eindrucksvoll &#8211; und das obwohl mir die arktische Vegetation nicht so gut gefällt, wie die Rainforests des Südens. Aber auch der Norden hat durchaus seinen Reiz, das muss ich zugeben. Als wir dann so gegen fünf am Zelt ankamen, setzte der Regen ein und verbannte uns erst mal ins Zelt &#8211; da machten wir einen Imbiss aus getrocknetem Elch- und Rindfleisch mit Pilot Bread. Als der Regen dann aufhörte gingen wir zu einem opulenteren Gang über. Unser Koch Torsten briet Bacon und Fleisch, anschließend gab&#8217;s Kartoffelbrei mit brauner Sauce sowie &#8220;refried beans&#8221;. Das war eine Offenbarung nach diesem anstrengenden Hike. Abends machten wir dann noch einen Spaziergang im Flussbett, bei dem es jede Menge (frische) Tierspuren zu bestaunen gab.</p>
<p>Am Dienstag Morgen war es dann endlich soweit: Torsten bereitete frisches Bannock für uns alle zu. Bannock ist ein alaskanisches Brot, das man in der Pfanne über dem Lagerfeuer macht. Total lecker. Danach beschloss ich, mich mal der Körperhygiene zu widmen und nahm ein Bad im Fluss &#8211; eine sehr erfirischende Erfahrung. Überhaupt, das Thema Sauberkeit betrachtet man hier mit ganz anderen Augen. Ich hatte ja im Vorfeld so meine Bedenken, als Micha mir geschildert hat, wie es so sein würde in Alaska: mehrere Tage ohne fließend Wasser und Strom. Ich hätte echt nicht gedacht, dass es mir so wenig ausmachen würde, mich mal nur im Fluss zu baden oder fünf Tage die Haare nicht zu waschen (daheim mache ich das nämlich täglich, also das mit den Haaren). Es stimmt schon, das hier ganz andere Dinge in den Vordergrund treten.</p>
<p>Danach galt es, das Camp abzubauen und nach Wiseman zu fahren, wo Torsten und Mattias ihr Kanu zu Wasser lassen wollen. Nach einem kleinen Trip durch Wiseman, das, wie fast alle kleinen Siedlungen hier, eine Goldgräbervergangenheit hat, begaben wir uns zum Fluss um die 660 Pfund Proviant, verpackt in wasserdichte Säcke, zum Ufer zu schleppen. Gerade als wir im Schweiße unseres Angesichts alles hingetragen hatten, fällt den Herren ein, dass wir doch lieber alles wieder raufschleppen sollten, weil &#8220;mann&#8221; jetzt doch lieber nochmal nach Coldfoot möchte, um einen Burger zu essen (jetzt aber wirklich den letzten) und &#8216;ne kalte Coke zu trinken. Also gesagt, getan &#8211; 660 Pfund retour. Was tut man lieber bei ca. 30 Grad Celsius und Wolken von Moskitos, die um einem herumschwirren (das mit den Moskitos ist übrigens &#8216;ne Story für sich, wenn ich da jetzt anfinge euch meine Leidensgeschichte zu erzählen &#8230;).</p>
<p>Nach unserer kleinen Stärkung kamen wir elanvoll zurück um die 660 Pfund zum dritten Mal rumzuschleppen &#8211; da begann es zu regnen. Na toll! Wer hatte gleich die Idee mit Coldfoot? Also hieß es mal wieder ein kleines Camp aufschlagen, Feuer machen, Kaffee kochen und abwarten. Das ist das schöne an den Menschen hier: Wenn irgendwas nicht nach Plan läuft, kriegen sie nicht die Krise, sondern machen einfach das Beste aus der Situation &#8211; indeed, wie unser Freund Matthias zu sagen pflegt. Als der Regen aufhörte und die Götter durch Opfergaben milde gestimmt waren, ging&#8217;s dann ans Packen. Gar nicht so einfach, dieses immense Gewicht unterzubringen, vor allem mussten ja Torsten und Matthias (beleibe keine Schwergewichte) auch noch rein. Aber es ging alles rein &#8211; nun blieb uns nur noch, Lebewohl zu sagen. Gar nicht so einfach, denn ich hatte die beiden schon richtig ins Herz geschlossen. Mögen die Flussgötter ihnen wohlgesonnen sein.</p>
<p>Micha und mir blieb nur noch, Torstens Truck wieder nach Fairbanks zurückzuholpern, wo wir nach einer langen Fahrt um halb vier morgens endlich ankamen.</p>
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		<title>Wer braucht schon die Zivilisation?</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2005 22:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Frühstück (dieses Thema beschäftigt mich fast täglich, gell &#8211; vielleicht eine Manie?) bestritten wir heute so ziemlich allein aus unseren Vorräten, weil Thosten momentan allein zu Haus ist, und wie er selbst sagt, manchmal das Essen vergisst (unvorstellbar). Rebecca, &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/wer-braucht-schon-die-zivilisation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Frühstück (dieses Thema beschäftigt mich fast täglich, gell &#8211; vielleicht eine Manie?) bestritten wir heute so ziemlich allein aus unseren Vorräten, weil Thosten momentan allein zu Haus ist, und wie er selbst sagt, manchmal das Essen vergisst (unvorstellbar). Rebecca, wie er Biologin, verbringt den Sommer nämlich mit Feldstudien. Den Rest des Tages vertrödelten wir mit Besorgungen, einem Besuch im College Coffee House, wo wir unsere Beiträge für euch hochladen und so diesem und jenem. Tage in der Zivilisation sind verlorene Tage, wie ihr seht &#8230;</p>
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		<title>Verfrühte Mittsommernacht</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2005 22:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Morgen! Nach einer Nacht in einem der urigsten Hotels bzw. Inns, das mir je untergekommen ist, genossen wir ein Früstück, das unser Host selbst zubereitet hat &#8211; einen Kirschkuchen. Naja, auch wieder nicht das Frühstück, das ich mir erträumt &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/verfruhte-mittsommernacht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Morgen! Nach einer Nacht in einem der urigsten Hotels bzw. Inns, das mir je untergekommen ist, genossen wir ein Früstück, das unser Host selbst zubereitet hat &#8211; einen Kirschkuchen. Naja, auch wieder nicht das Frühstück, das ich mir erträumt hatte, aber gut, gut ich will ja nicht meckern. Meine Bocksbeinigkeit im Bezug auf mein Früstück geht Micha eh ein wenig auf die Nerven, also hielt ich die Klappe und versorgte mich aus dem Fond unseres Trucks, der wie immer gut gefüllt ist. Für heute stand ein kurzer Zwischenstop in Anchorage auf dem Programm und dann nix wie weiter nach Fairbanks, denn heute war der Tag von Torstens großer, wenn auch vorgezogener Mittsommernachtsfeier, die wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollten.</p>
<p><span id="more-25"></span>Also dieses Anchorage ist ja gewaltig, ich bin ja keine so großen Städte mehr gewohnt. Hier lebt fast die Hälfte aller Einwohner Alaskas, etwa 275000 Menschen und ich glaube hier hat jeder ein Auto &#8211; soviel Verkehr! Aber was soll&#8217;s da müssen wir durch. Zuerst machten wir Halt in einem riesigen Buchladen (Ich frage mich langsam, wie Micha all die Bücher heimbringen will, die er hier in Alaska schon gekauft hat und unzweifelhaft noch kaufen wird) und dann ging&#8217;s ohne Umwege zu &#8220;The one and only&#8221; &#8220;Fred Meyer&#8221;, wo wir Futter kauften und ein paar Gutis für die Party. Danach nix wie rein ins Auto (natürlich nicht ohne den obligatorischen Eisobulus gezahlt zu haben) und auf nach Fairbanks.</p>
<p>Dort angekommen, die Party war bereits in vollem Gange, mischten wir uns unters Volk. Meli traf kurz nach uns ein und wir berichteten von unseren Reiseerlebnissen. Besonders erwähnenswert sind die Grillgüter hier, neben Caribou serviert man hier Elch und Lachs &#8211; und ich sage euch, das ist ein wahrer Gaumenschmaus. Um Mitternacht machten sich Torsten und Matthias daran, das Mittsommernachtsfeuer zu entzünden. Der Grund, warum die Patry vorgezogen war, ist, dass Torsten und Matthias am Sonntag Richtung Coldfoot zu einem Kanutripp starten. Und wer wird die beiden da rauf begleiten? Wir zwei Greenhorns natürlich. Wir werden da oben einen netten Hike machen. Coldfoot liegt wie der Name schon andeutet, hinter dem Polarkreis in der Brooks Range. Ich bin ja schon sehr gespannt!</p>
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		<title>Regen-Hike</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2005 22:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer recht unbequemen Nacht im Auto und einem Erwachen im strömenden Regen ohne Frühstück (was, wie ihr euch ja vorstellen könnt, meine Stimmung nicht gerade anhob) fuhren wir (wenn ich wir sage, meine ich diesem Fall immer Micha) den &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/regen-hike/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer recht unbequemen Nacht im Auto und einem Erwachen im strömenden Regen ohne Frühstück (was, wie ihr euch ja vorstellen könnt, meine Stimmung nicht gerade anhob) fuhren wir (wenn ich wir sage, meine ich diesem Fall immer Micha) den restlichen Weg nach Seward. Dort angekommen, mussten wir uns sofort um das Projekt &#8220;Nahrungsaufnahme&#8221; kümmern, bevor mein Blutzuckerspiegel und damit meine Stimmung in den Keller absacken konnte. Micha erkor für uns ein Restaurant wo wir ein Frühstück aus Pfannkuchen und Sirup zu uns nahmen. Also, so nett diese amerikanischen Frühstückssachen für sich genommen auch sein mögen, zum Frühstück sind die nix für mich: Rühreier und Bacon, Frühstückswürstchen, Pfannkuchen und so &#8211; das ist doch alles sehr schwer verdaulich. Da bin ich, wie Micha zu sagen pflegt, ein wenig unflexibel. Da brauche ich mein &#8220;European Style Breakfast&#8221;, damit ich alles zum Glück habe, aber hie und da geht so eine amerikanische Früstückserfahrung schon.</p>
<p><span id="more-24"></span>Derart gestärkt, entschlossen wir uns, einen Hike auf den Mt. Marathon zu machen, den Micha schon zwei Jahre zuvor mit seinem damaligen &#8220;Travelcompanion&#8221; Oli zu bewältigen versuchte. Wie ihr schon richtig vermutet, haben wir&#8217;s auch diesmal nur versucht. Erstens regnete es noch immer, aber entgegen unserer optimistischen Prognose, es werde schon aufhören, regnete es immer stärker und die Hiking-Strecke entwickelte sich zur Schlammrutsche. Zweitens haben wir irgendwie die falsche Abzweigung erwischt und endeten in einem Schneefeld, zusammen mit etwa 30 mexikanischen Matrosen, deren Schiff gerade im Hafen von Seward vor Anker lag. Während ich mich so dick wie möglich eingepackt hatte, marschierten diese wackeren Burschen mit Stoffturnschuhen und T-Shirt auf dem Berg herum (Ich bin mittlerweile doch überzeugt, dass es schlauer war, den Chilkoot erstmal zu verschieben &#8211; aber ich mache ihn, darauf könnt ihr Gift nehmen!). Glücklich, aber patschnass, wieder unten angelangt suchten wir uns ein Hotel. Denn auf Zelten im Regen hatten wir jetzt echt keinen Bock mehr.</p>
<p>Trockengelegt begaben wir uns zum Hafen, denn für den Abend stand ein anderes &#8220;nasses Abenteuer&#8221; auf dem Programm: eine Fahrt in der Resurrection Bay mit integriertem Lachsessen auf einem romatischen kleinen Eiland. Auf der Hinfahrt sahen wir Seeotter, Papageientaucher und kleine, orcaähnliche Delphine &#8211; aber mir schwante schon schreckliches &#8211; weit und breit kein Wal. Das Abendessen auf Fox Island war einfach klasse, dazu hatten wir noch sehr nette Gesellschaft: Becky und Josh aus Fairbanks, an deren Tisch wir uns ganz dreist gesellt hatten. Auf dem Rückweg ging dann endlich mein Traum in Erfüllung. Ein Buckelwal gab seine Vorstellung und winkte uns mit der Flosse zu &#8211; und das gleich zweimal. Was will man mehr zum Glücklichsein? Meine Lieben, das ist schon ein erhebender Moment &#8211; noch erhebender wäre er natürlich, wenn man ihn allein genießen könnte und nicht mit einer aufgeregten Meute fotowütiger Touristen, die einander derart behindern, dass keiner ein gutes Foto schießen kann. Aber das ist eh&#8217; verdammt schwer, denn wer weiß schon in welchem Moment der Gigant sich zeigen wird &#8211; und bis wir soweit waren, war er schon wieder weg. Aber egal, diese Bilder vergisst man seiner Lebtag nicht mehr.</p>
<p>Nach diesem erhebenden Ergeinis beschlossen wir zusammen mit Becky und Josh auf einen &#8220;Absacker&#8221; in die Yukon Bar zu gehen. Zwei Pitcher Bier, Live-Musik, nette Freunde &#8211; ein perfekter Ausklang für einen Tag, der etwas holperig begonnen hatte. Also genug für heute &#8211; jetzt muss ich ins Bett und von meinem Wal träumen &#8230;</p>
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		<title>Heiße Quellen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2005 22:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Whitehorse ist keine Stadt, die durch Schönheit besticht, also hielt sich unser Sightseeing in Grenzen. Dafür besuchten wir ein naturhistorisches Museum, ein Transportmuseum, wo all die ausrangierten Maschinen zu bewundern sind, die die Goldgräber brauchten, aber auch die Flugzeuge, Schiffe, &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/heise-quellen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Whitehorse ist keine Stadt, die durch Schönheit besticht, also hielt sich unser Sightseeing in Grenzen. Dafür besuchten wir ein naturhistorisches Museum, ein Transportmuseum, wo all die ausrangierten Maschinen zu bewundern sind, die die Goldgräber brauchten, aber auch die Flugzeuge, Schiffe, Kutschen und Eisenbahnen mit denen sich die Menschen dieses Land zugänglich machten. Gott sei Dank sind immer noch viele Gebiete nicht über Straßen, nicht mal über Trails zu erreichen &#8211; und es bleibt hoffentlich so. Aber es ist schon erstaunlich, wie verbissen Menschen etwas verfolgen, von dem sie glauben, dass es ihr Glück sein könnte. Bilder im Museum zeugen davon, dass die Goldgräber sogar tonnenschwere Holzöfen über den Chilkootpass gezerrt haben, mal abgesehen von all der Ausrüstung, die sie brauchten, um überhaupt die Genehmigung zu bekommen, um einen Claim abstecken zu dürfen.<br />
Nach diesem anstrengenden Museumstag gönnten wir uns eine Shoppingtour zu &#8220;Canadian Superstore&#8221;. Doch ich als &#8220;Fred Meyer-Victim&#8221; war enttäuscht: das war nicht das Shoppingparadies, das ich gewohnt war. Immerhin gab es das gute &#8220;Ben &#038; Jerry&#8221;-Eis, an das ich mich verhängnisvollerweise schon so gewöhnt habe, dass ich jeden Tag eins brauche. Aber Micha hilft mir, aufopferungsvoll wie er halt ist, dann doch immer, die 400 ml zu bewältigen. Aber Leute, mal ehrlich, in diesem Land nimmt man schneller zu, als einem lieb ist, das wird hart, zu Hause wieder disziplinierter zu sein. Naja, noch ist Urlaub &#8230;<br />
Nach unserem Abendessen, das wir im Regen unter dem Schutz der Heckklappe unseres Trucks &#8220;genossen&#8221;, gönnten wir uns eine Auszeit in den Takhini Hot Springs, heißen Quellen, die direkt neben unserem Zeltplatz gelegen waren. Herrlich!</p>
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		<title>Goldrausch</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2005 22:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem wir Whitehorse verlassen hatten gings schnurstraks weiter nach Dawson City, dem Mekka des Golrauschs. Diese Stadt kommt wirklich noch so daher wie vor hundert Jahren, es scheint sich nicht wirklich viel geändert zu haben. Am Yukon, der friedlich auf &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/goldrausch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem wir Whitehorse verlassen hatten gings schnurstraks weiter nach Dawson City, dem Mekka des Golrauschs. Diese Stadt kommt wirklich noch so daher wie vor hundert Jahren, es scheint sich nicht wirklich viel geändert zu haben. Am Yukon, der friedlich auf seinem Weg zur Beringsee hier vorüberzieht, liegt ein historischer Schaufelraddampfer in der goldenen Abendsonne, neben windschiefen, verfallenen Häusern prangen Saloons mit prächtigen &#8220;false fronts&#8221;, den falschen Fassaden, die die Goldgräber in die Spiel- und Vergnügungshöllen locken sollten. Auch wir wollten uns heute Abend in eine solche begeben. Bei &#8220;Diamond Tooth Gertie&#8217;s&#8221; schauten wir uns eine Aufführung mit Can-Can-Tänzerinnen an und ließen uns von der Atmospäre gefangen nehmen. An den Spieltischen neben uns wurde Roulette und Black-Jack gespielt und damals wie heute versuchen die Menschen hier ihr Glück zu machen. Damals wie heute in den wenigsten Fällen mit Erfolg.</p>
<p>Nach der Show machten wir einen Ausflug zum Midnight Dome, wo ich einen der spektakulärsten Sonnenuntergänge meines Lebens zu sehen bekam. Unglaublich schön. Am nächsten Morgen stand Kultur auf dem Programm, also ab ins Museum, wo wir uns gleich auch unsere Belohnung abholten. Wofür? Wir hatten bei einem Wettbewerb mitgemacht, bei dem es darum ging, soviele Museen wie möglich zu besuchen. Wir hatten sechs von 13 geschafft und bekamen ein Poster (hab&#8217; aber noch keine Zeit gehabt, es anzugucken).</p>
<p>Danach, ich hatte im Museum eine Broschüre über Dawsons alte Friedhöfe entdeckt, habe ich Micha wieder auf einen Friedhofstrip mitgeschleppt. Dawson hat sehr viele Friedhöfe, für verschiedene Konfessionen, Berufgruppen und aus verschiedenen Epochen. Denn zur Goldgräberzeit war Dawson die einzige Stadt mit Krankenhaus und so wurden viele Kranke hierhergebracht, die es dann doch nicht geschafft haben. Auch einige Deutsche waren darunter, lustigerweise gleich daran zu erkennen, dass sie einen Grabstein haben, wie es bei uns Sitte ist. Die anderen Gräber haben nur schlichte Holztafeln, denn Steine mussten per Schiff herangeschafft werden, denn in Dawson und Umgebung hatte wahrscheinlich keiner Lust sich als Steinmetz zu verdingen, wenn es doch nach Gold zu graben galt.</p>
<p>Nach einem schnellen Imbiss, Micha wurde schon langsam ungeduldig, denn wir hatten ja noch etwa 650 Meilen bis Seward zurückzulegen, gings auf die Fähre, die uns über den Yukon bringen sollte. Der &#8220;Top of the World Highway&#8221;, bescherte uns traumhafte Ausblicke auf eine unglaublich schöne Landschaft. Mittendrin, beim Anblick eines riesigen Schneefelds, packte Micha der Rappel und er beschloss, da mal kurz runterzurutschen. Nach diesem und noch anderen kurzen Stopps am Wegesrand wurde es natürlich wieder viel zu spät und wir haben uns irgendwo am Wegesrand entlang des Cook Inlets ein Plätzchen zum Schlafen gesucht.</p>
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		<title>Relikte aus vergangener Zeit</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2005 22:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich sind wir mal wieder nicht ganz im Zeitplan geblieben, wir waren viel zu spät auf dem Campground um noch &#8220;einzuchecken&#8221;, also bauten wir unser Zelt so auf und holten das am nächsten Tag nach. Aber egal, wir sind ja im Urlaub und es gibt &#8220;by the way&#8221; so viel zu entdecken und zu fotografieren, es ist so unglaublich hier. Auf dem Weg von Skagway nach Whitehorse passierten wir die kanadische Grenze und kamen an Carmacks vorbei, wo wir mal wieder einen kurzen Fotostop einlegten. Carmacks war ein wichtiger Knotenpunkt für die Goldsucher auf ihrem Weg ins Gelobte Land, den Yukon hinunter bis nach Dawson City, dem El Dorado der Goldgräber (wo wir morgen Abend sein wollen). Unzählige alte Kutschen, Eisenbahnwaggons und rostige alte Maschinen, die die Goldgräber all die Kilometer bis zu ihren Claims über die Pässe geschleppt haben erinnern am Wegesrand daran, welche Torturen die Glücksritter auf sich nahmen, um an Gold zu kommen. Wobei viele gar keins fanden, weil die Claims abgesteckt oder abgefrühstückt waren &#8211; und sie blieben trotzdem, weil sie dem &#8220;Spell of the Yukon&#8221; verfallen waren &#8230; Also irgendwie macht mich die Atmosphäre hier doch sehr sentimental, verzeiht. Spätestens in Fairbanks ist das wieder vorbei.</p>
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		<title>Lebendige Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2005 22:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alaska-Reise 2005]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh Mann, oh Mann! Wenn ich gewusst hätte, wie lange die Überfahrt von Juneau nach Skagway dauert, hätte ich mir nochmal überlegt, ob wir es wirklich in unseren Reiseplan aufnehmen sollen. Aber im Nachhinein war es gut so, denn es &#8230; <a href="http://www.alaskana.de/blog/2005/06/lebendige-vergangenheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh Mann, oh Mann! Wenn ich gewusst hätte, wie lange die Überfahrt von Juneau nach Skagway dauert, hätte ich mir nochmal überlegt, ob wir es wirklich in unseren Reiseplan aufnehmen sollen. Aber im Nachhinein war es gut so, denn es war ja nach den überwundenen Anfangsschwierigkeiten wunderschön (und ihr wisst ja, je länger etwas zurückliegt, desto schöner wird es) und außerdem kommt man ja wirklich nicht so leicht hin &#8211; also once in a lifetime. Ich glaube, die wenigsten Alaskaner haben ihre Hauptstadt schon einmal selbst besucht. Es hat uns jedenfalls fast den ganzen Tag gekostet, von Juneau in die alte Goldgräberstadt Skagway zu kommen (da es der erste wirklich verregtnete Tag war, war es aber ganz o.k.).</p>
<p>Abends legten wir dann, wie einst die hoffnungsvollen jungen Golgräber etwa hundert Jahre vor uns, im beschaulichen Hafen der historischen Stadt an. Es war wunderschön, all diese gut erhaltenen Häuser, Saloons, Bars und Einkaufsläden zu sehen, und all die Menschen, die über die hölzernen Bürgersteige flanierten. Wären sie nicht ganz so modern gekleidet gewesen, mann hätte sich leicht in die Zeit der Goldgräber und Glückssuchenden zurüch versetzt fühlen können. Nach einem Spaziergang durch die Stadt machten wir einen Einkehrschwung im Red Onion Saloon, der damals zu den angesagtesten Etablissements der Stadt gehört hat &#8211; ein wirklich geschichtsträchtiger Ort und auch heute noch sehr beliebt bei Touristen, Einheimischen und unzähligen jungen Leuten aus aller Welt, die ihr Geld als Tourguides hier verdienen.</p>
<p>Am darauffolgenden Tag, der uns in gewohnter Weise mit strahlendem Sonnenschein begrüßte, entschlossen wir uns einen netten Platz für ein ausgiebiges Morgenmahl zu suchen und fuhren raus aus Skagway Richtung Dyea, einst eine Boomtown des Goldrausches, heute zu Staub und Rost zerfallen. Auf der Suche nach einem netten Picknickplatz fanden wir einen Gruppe von Leuten, die auf einen geführten Hike mit einer Rangerin warteten. Nach einigem Hin-und-Her (ich hatte ja noch nichts gefrühstückt!!!) entschlossen wir uns, mitzugehen. Micha hat nämlich ständig Bedenken, allein mit mir irgendwo rumzuwandern, weil ja jeden Augeblick ein Bär auftauchen könnte. Aber das ist schon o.k. Ich hab nur so &#8216;ne große Klappe, weil ich noch nie einen aus der Nähe gesehen habe. Auf alle Fälle war das eine sehr gute Entscheidung, denn unsere Führerin Connie vermittelte uns ein sehr anschauliches und lebendiges Bild der ehemals 10.000-Seelen-Stadt, von der heute nur ein paar armseelige Balken, Bretter und rostige Relikte übriggeblieben sind. Alles ist genauso schnell wieder vergangen, wie es entstand &#8211; und das ganz spurlos, denn die Bauwerke waren alle nur aus Holz. All das ist heute verrottet oder, wie Connie uns erzählte, von faulen Campern als Brennholz verwendet worden. Tja, es ist ein ständiges Werden und Vergehen.</p>
<p>Mann kann da schon ein bisschen wehmütig werden. Um diese Stimmung noch zu verstärken, besuchten wir den Slide Cemetery, einen alten Friedhof in der Nähe von Dyea, wo all die toten Goldgräber begraben sind, auch unzählige die bei einem schlimmen Lawinenunglück 1898 umgekommen sind. Dass ist schon eine einzigartige Atmosphäre, im stillen, vom Regen der vorherigen Nacht dampfenden Wald zu stehen und sich die Schicksale so vieler junger, hoffnungsvoller Menschen vorzustellen, die dann so jäh beendet wurden. Aber genug der Sentimentalität &#8211; wir leben im hier und jetzt und ich hatte immer noch nichts hinter die Kiemen beommen. Also Mission Frühstück oder beser Brunch. Vorher passierten wir aber noch den Einstieg zum Chilkoot-Trail, den wir wegen Schnee und Eis auf dem Pass abgesagt haben. Ich denke, das war wirlich das Beste, denn mich hat ja teilweise auf dem Zeltplatz schon im Zelt gefroren. Außerdem haben wir uns einen Film im Touri-Infocenter angeguckt und der Trail ist schon bei schönem Wetter kein Zuckerschlecken. Also ich denke, das ist eines der Dinge, die beim nächsten Alaska-Besuch anstehen. Ja ihr habt Richtig gehört, ich denke wirklich, das ich nochmal wiederkommen muss&#8230;</p>
<p>Nach der mittlerweile sehr notwendigen Essensaufnahme (Bei leerem Magen werde ich leicht unleidig&#8230;) fuhren wir zurück nach Skagway und machten eine Stadtführung mit. Also diese Ranger sind ja wirklich ein lustiger Haufen &#8211; die reinsten Entertainer und man hat nie das Gefühl, dass ihnen die Touris auf die Nerven gehen, obwohl sie unzählige davon pro Saison durch die historischen Straßen schleusen. Unser Guide erzählte uns sehr anschaulich, was sich vor gut hundert Jahren so in den Straßen von Skagway ereignet hat und einige Interessante Strorys über die Schicksale einzelner Glückssuchender. Wie die Geschichte der jungen Mary, die der Aufforderung ihres Verlobten folgte und mit dem Schiff nach Skagway kam, um ihn, der mittlerweile Gold gefunden hatte, zu heiraten. Sie mietete sich im Hotel der Stadt ein und wartete auf sein Auftauchen. Eine Woche, zwei, drei &#8211; doch er kam nicht. Irgendwann ist sie dann aus lauter Gram gestorben. Und natürlich sieht man ihren Geist dann und wann, in ihrem Hochzeitskleid, durch die Gänge des Hotels irren, auf der Suche nach ihrem verschollenen Geliebten &#8230; Schöööön traurig, gell? Schnief. Soviel zur Historie oder was ich mir davon gemerkt habe. Leider mussten wir der Stadt schon am Nachmittag den Rücken kehren, um am Abend in Whitehorse zu sein. Also: hit the Road, Jack &#8230;</p>
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